Zeichnung einer jungen Frau im Profil, die etwas fotografiert.

Fotografieren – Meine neue Reise!

Vor kurzem habe ich ein neues Projekt in Angriff genommen: die Fotografie! Schon seit vielen, vielen Jahren wollte ich mich eingehender mit dieser faszinierenden Kunst beschäftigen, aber irgendwie kam immer etwas dazwischen – Geld, Zeit, Motivation… Nun habe ich endgültig beschlossen, diese Ausreden nicht mehr gelten zu lassen!

Ein Selfie von mir mit meiner Nikon im Spiegel, in Graustufen gehalten. Die Kamera verdeckt mein Gesicht.

Weg vom Automatikmodus

Mein neues Motto lautet von nun an: «Weg vom Automatikmodus». Genau genommen ist das nicht mein Motto, sondern stammt von dem wundervollen Blog von Lichter der Welt, die auch ein sehr informatives Buch zum Thema geschrieben haben.

Der Hintergrund ist, dass der Automatikmodus zwar überaus praktisch ist, aber halt auch sehr schnell an seine Grenzen kommt. Gut beleuchtete und relativ ruhige Motive lassen sich damit sicherlich schön ablichten – das war’s dann aber auch. Die Kamera ist schließlich nicht intelligent und kann nicht wissen, wie ich mir mein Bild vorstelle. Sie schlägt mir die Einstellungen vor, die auf Basis der Belichtungs- und Schärfewerte im «optimalen» Bereich liegen und möglichst viel abbilden. Die wirklich spannenden, bombastischen, wundervollen Motive und Szenerien kann man damit allerdings vergessen.

Im manuellen Modus habe ich dagegen die Chance, der Kamera exakt zu sagen, was ich fotografieren möchte, was im Fokus stehen soll, ob mein Bild absichtlich über- oder unterbelichtet werden soll und wie tief die Schärfefelder in meinem Foto sein sollen. Eine stimmungsvolle Silhouette im Abendlicht oder ein authentisches Portrait mit unscharfem Hintergrund? All das ist plötzlich kein Problem mehr, sobald man die Einstellungen selbst vornimmt und weiß, an welchen Rädchen man drehen muss. Außerdem reicht mir für Schnappschüsse im Automatikmodus auch eine billigere Kamera oder ein Smartphone. Wofür habe ich eine Spiegelreflex, wenn ich ihre Funktionen überhaupt nicht nutze?

Aber zurück zur Gegenwart: Ich habe also das Einstellrädchen auf meiner Nikon D6500, einer Einsteiger-DSLR von 2016, mutig weg vom leidlichen grünen Auto-Bildchen gedreht und bin losgezogen. Schließlich habe ich noch sehr viel zu lernen, bevor ich auch nur dran denken darf, meinem Equipment die Schuld für «nur durchschnittliche» Bilder zu geben. 🙂

Eine weiße Katze in der Nahaufnahme, die sich gerade genüsslich am Hals kratzt. Im Hintergrund ist verschwommen ein Bücherregal zu sehen.

Kunst & Technik

Die Fotografie ist einer der spannenden Bereiche, die Kunst und Technik auf einem sehr hohen Level miteinander verbinden. Denn einerseits muss ich als Fotografin meine Kamera kennen, verstehen, wie sie funktioniert, und wissen, wie (und warum!) physikalische Größen wie Licht, Farbtemperatur und Einfallswinkel mein Bild beeinflussen. Andererseits muss ich aber auch ein Auge für das Besondere im Gewöhnlichen haben. Ich muss lernen, Licht und Farben wirklich zu sehen, Linien und Strukturen in der Landschaft erkennen und aus all diesen Elementen ein Foto zu komponieren, das nicht nur «toll» aussieht, sondern Betrachter:innen in seinen Bann zieht, ihren Blick führt und so zum Verweilen, zum Nachdenken anregt. Und letztendlich muss ich mich natürlich auch mit dem Thema Bildbearbeitung auseinandersetzen, um das Beste aus meinen Bildern herauszuholen.

Die wichtigsten Parameter in der Fotografie – Blende, Zeit und ISO – kannte ich bereits und wusste zumindest, was sie grundsätzlich tun und wie sie das Bild beeinflussen. Damit war der erste und insgesamt bei Weitem leichteste Schritt immerhin getan. Das Zusammenspiel dieser drei Faktoren richtig zu begreifen und daraus tolle Bilder zaubern zu können, das ist natürlich eine ganz andere Nummer…

Für den Anfang, oder zumindest, bis ich mich dazu durchgerungen habe, mir Adobe Lightroom im leidlichen Abomodell zu gönnen, werde ich, ganz die Newbiene, im JPEG-Format fotografieren. Auf diese Weise übernimmt meine Kamera die digitale Entwicklung meiner Bilder für mich. Das möchte ich langfristig aber nicht auf mir sitzen lassen, denn ich will das Fotografieren wirklich lernen, und zwar richtig! Sobald also die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen, also zusätzliche Speicherkarten, eine neue externe Festplatte und Adobe Lightroom angeschafft sind, habe ich mir fest vorgenommen, auf das deutlich speicherintensivere RAW-Format zu wechseln und meine Bilder selbst digital zu entwickeln. Es bietet einfach zu viele Möglichkeiten, um wirklich alles aus den Bildern herauszuholen, und das ohne Qualitätsverluste. Plus: Bildbearbeitung macht Spaß! 🙂

Ich fotografiere übrigens ganz klassisch mit dem Standard-Kit-Objektiv mit 18-55 mm. Denn ich muss erst einmal die Einstellungen meiner Kamera auf der einen und die Themen Bildkomposition und Bildgestaltung auf der anderen Seite beherrschen lernen, bevor ich auch nur an besseres oder spezialisierteres Equipment zu denken brauche. Außerdem möchte ich es mir auch nicht «zu einfach machen»: Ein Objektiv hat nunmal spezifische Parameter in Bezug auf Brennweite und Blende bzw. Lichtstärke. Indem ich für den Anfang nur dieses eine verwende, bin ich gezwungen, mit diesen Bedingungen umgehen zu lernen und sie für meine Zwecke einzusetzen.

Eine Mohnblume am Feldrand in der Nahaufnahme, gegen das Licht fotografiert.

Die ersten Schritte

Wie bereits erwähnt, wühle ich mich derzeit durch das Einsteigerbuch von Lichter der Welt, das sich übrigens wunderbar flüssig liest! Neben der Aufgabe, das Zusammenspiel der einzelnen Einstellungen auf meiner Kamera zu verstehen, heißt es nun vor allem, verschiedene Möglichkeiten der Bildkomposition und Bildgestaltung kennenzulernen und umzusetzen, das Licht unterschiedlicher Tageszeiten und Wettertypen auszunutzen, um variierende Stimmungen zu erzeugen, und dabei überhaupt erst einmal einen Blick für passende Motive zu entwickeln. Der Weg ist noch weit, ich bin ja gerade erst losgelaufen, aber ich freue mich sehr auf diese persönliche Entwicklungsreise!

Und nun packe ich mal wieder meine Kamera und marschiere los: in den Garten, auf die Felder, in den Wald, an den See… meine Motive klingen erst mal nicht besonders spektakulär. Ich möchte aber versuchen, meine unmittelbare Umgebung in einem neuen Licht zu sehen und aus neuen Perspektiven in Szene zu setzen.

Hin und wieder werden ein paar ausgewählte Fotos auch ihren Weg hierher finden. Vielleicht in einer Art künstlerischem Tagebuch. Ob ihr dann nachvollziehen könnt, wie ich mich verbessere? Ich hoffe es doch!

Damit kann man arbeiten!

Ein weites Feld, das in einem hellen grün leuchtet, bei tiefstehender Sonne im Seitenlicht fotografiert.

Es ist gar nicht so einfach, ein Feld ansprechend in Szene zu setzen. Hier habe ich versucht, über die Linienführung und den Schatten druch das seitlich einfallende Licht etwas Tiefe zu generieren.

Zwei Schwäne in der Ferne auf einem kleinen Tümpel.

Ein sehr spannenes Thema: natürliche Rahmen für das Motiv finden und nutzen!

Eine ungemähte Wiese im Abendlicht, gegen die Sonne fotografiert.

Gegen die Sonne fotografiert kann auch die langweiligste Wiese etwas hermachen.

Eine getiegerte Katze steht im relativ hohen Gras und schnuppert bzw. knabbert an einem Grashalm.

Das ist bisher mein absoluter Favorit! Mir gefällt, wie ich Mephisto genau im Profil in der Bewegung erwischt habe, und wie das Bild durch die optische Dreiteilung mit dem hellen Gras im Vordergrund, der Katze in der linken Bildhälfte und der dunkelgrünen Hecke als Hintergrund sehr schlicht und dennoch lebendig wirkt.


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